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Seminar-Blog zum Konstruktismus -


Angeeignete Freiheit

Angeeignete Freiheit – das ist der Titel des dritten und mit Abstand kürzesten Teils in Bieris “Freiheitsbuch” (ca. 50 Seiten): Neben der bedingte und der unbedingten Freiheit ist die angeeignete Freiheit nicht einfach nur ein Komporomiss, sondern eine eigene Qualität. Dieses Kapitel ist das aus meiner Sicht “psychologischste” Kapitel, weshalb ich persönlich es wohl auch am besten verstanden habe. :-)

Gabi

« Unbedigte Freiheit – Zeitwahrnehmung und -erfahrung als Maß für Unfreiheit »

Info:
Angeeignete Freiheit ist Beitrag Nr. 5
Autor:
Alexander Florian am 3. Februar 2008 um 13:53
Kategorie:
III. Angeeignete Freiheit
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10 Kommentare »

  1. Dominik

    S.385 „Der freie als der artikulierte Wille“

    Im Prinzip ist Bieris schon das ganze Buch über für ein Reflektieren (≈ ermöglicht Entscheiden bzw. ist gut für Wollen/Willen), welches letztendlich erst dadurch zu einem als frei wahrgenommenen Willen und Handeln führen kann.
    Insofern tragen Blogs, die der persönlichen Reflexion dienen, ja erheblich zur freien Willensbildung bei!

    #1 Kommentar vom 15. Juni 2008 um 14:15

  2. Dominik

    S.395 „Die genauere und tiefere Artikulation des Willens, die durch die Krise erzwungen wurde, wird ganz oft von selbst die Frage aufwerfen (…)“
    Auch hier kommt Bieris Forderung nach Selbstreflexion, die ehrlich und ohne Hemmung betrieben wird, zum Ausdruck. Diese führe letztendlich zur Selbsterkenntnis.

    #2 Kommentar vom 15. Juni 2008 um 14:16

  3. Dominik

    S.387 „Gerade wenn es um bedrohliche, verstoßene und verbannte Wünsche geht, ist die Phantasie mit ihren verschlungenen Wegen und ihren hintergründigen Bildern ein unersetzliches Mittel der Artikulation (…).
    + S.392 oben

    Wir haben also unbeusste Willen, die abhängig von meiner Situation entstehen, ohne dass ich das bewusst weiß bzw. wahrnehmen oder gar artikulieren kann? Auf diesen Seiten klingt Bieri für mich nach einer typischen Freud’schen Psychoanalyse.

    #3 Kommentar vom 15. Juni 2008 um 14:16

  4. Dominik

    S.398 „Welche meiner Wünsche sind funktional günstig (…). „Welchen Willen möchte ich haben (…) gleichgültig, was er mir nützt?“

    Während das eine also angepasste Mitläufer sind, müssten die zweiten Idealisten, also nicht nur die „besseren Menschen“, sondern, führt man den Gedanken zu Ende, auch die freieren sein, weil sie sich wohl besser/stärker mit ihrem Willen identifizieren können. Zwar kann ich mir als Mitläufer, fast schon von der Gesellschaft Getriebener auch „einreden“, dass ich das aus Freiwilligkeit heraus mache, aber die Selbstreflexion würde dies wohl auch wieder zum Einsturz bringen.
    Die Frage lautet aber auch: Kann ich es mir in jeder Situation leisten/erlauben, den Willen zu haben, den ich eigentlich möchte? Oder kann ich mich auch mit einem Willen identifizieren, der nicht zu 100% mein „eigener“ ist. Durch Idealismus allein wird die Welt auch kein besserer Ort …
    Wichtig ist wohl nur eines: Sich immer wieder zu hinterfragen, wer man ist (Selbstbild) und was man will, um so einen möglichst hohen Grad an Deckungsgleichheit zu erzielen.

    #4 Kommentar vom 15. Juni 2008 um 14:17

  5. Dominik

    S.403 komplette Seite: Zeiterfahrung und Selbstbild

    Heißt das, ich kann die Gegenwart – um nochmals auf dieses Thema früherer Kommentare, auch auf meinem Blog, zurückzukommen – genießen, wenn ich im Einklang mit meinem Selbstbild und den dahinter stehenden Wünschen bin, die ich voll und ganz als meine empfinde und auch akzeptiere? Habe ich dann einen Grad an Freiheit erreicht, der mich zufrieden, glücklich macht? Wenn ja, dann heißt das aber auch, dass diese Freiheit nur auf Basis steter Reflexion, also Eigenarbeit, entsteht. Ich denke, dies ist ein zentraler Punkt Bieris: Freiheit bedeutet Arbeit mit dem eigenen Ich!

    #5 Kommentar vom 15. Juni 2008 um 14:18

  6. Dominik

    S.408 „Aber der Übergang hat sich im Medium des Verstehens vollzogen, und das macht es aus, dass er ein Übergang von Unfreiheit zu Freiheit ist.“

    Freiheit bedeutet also den eigenen Willen zu ergründen, zu hinterfragen, zu akzeptieren, aber auch diesen zu verstehen und anzunehmen? Ist Freiheit damit volatil, weil mein Willen sich zu jeder Zeit ändern kann?!
    Im Übrigen kann die Eigenartikulation des eigenen Willens auch für andere nützlich sein, indem ich meinem Gegenüber endlich erklären und verständlich machen kann, wer ich bin und was ich aus welchem Grund will. So kann sich dieser nicht nur besser ein Bild von mir machen, sondern sich selbst auch über die eigenen Antriebe klar werden.

    #6 Kommentar vom 15. Juni 2008 um 14:18

  7. Dominik

    S.414 nochmals zum Thema Homunculus

    Man denkt ja immer (warum auch immer!), dass es etwas in einem oder über einem gibt, was einen lenkt bzw. die Ursache oder Quelle für das eigene und fremde Handeln ist. Also eine Art Anstoßer. Aber während der Buchlektüre wird einem klar, dass es eigentlich schlicht die Person selbst ist, die sich antreibt, es also niemand in einem gibt, der den Willen vorgibt und verantwortlich ist! Ich finde, dass ist bei genauerer Betrachtung eine beeindruckende Erfahrung.

    #7 Kommentar vom 15. Juni 2008 um 14:18

  8. Dominik

    S.421 unten „Woran also kann man sich festhalten, wenn das Urteil schwankt? An der Frage, ob der Vorschlag zur Neubeschreibung des Willens, den man uns macht, das Verstehen unseres Willens insgesamt vergrößert.“

    Kann dies ein brauchbarer Ansatz für eine Gesprächstherapie bei Menschen mit zwanghaftem Willen sein? Den Leuten also bei der Aneignung/Vertiefung des Willens helfen, den Zwang loszuwerden? Können Bieris Überlegungen überhaupt helfen, die Formen der Unfreiheit oder zumindest Teile davon, wie eben den zwanghaften Willen, zu beseitigen? Diese Leute haben ja Abstand zu sich selbst. Sie müssen nur ihren Willen, sich gegen den Zwang aufzulehnen, festigen.

    #8 Kommentar vom 15. Juni 2008 um 14:19

  9. Dominik

    S.423 oben „Nichts schafft so intensive Gegenwart wie Leidenschaft.“

    Habe ich mich in meinen Überlegungen zum Augenblickgenießen geirrt? Es geht also gar nicht um das Genießen an sich, sondern um die Leidenschaft, die man im Moment erlebt?! Ein Moment ohne Leidenschaft ist demnach verschwendete Zeit und beschert mir Unfreiheit?

    #9 Kommentar vom 15. Juni 2008 um 14:19

  10. Kontsruktivismus - ein offenes Resümee « Silberschweif

    [...] Reinmann mir im Master-Seminar “Konstruktivismus – ein interdisziplinäres Paradigma” (Blog und Podcast) und der Buchlektüre aneignen konnte, sogar im Alltag auf eben solche [...]

    #10 Pingback vom 23. Juni 2008 um 19:53

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